Purismus

Gedanke

Das Gesetz der Reinheit ist dem der Durchmischung von Gleichartigem stark verwandt. Jener, welcher andere als gleichwertig zu sich erkannt hat, wird von einer Schau des Wertes der Menschen gewisslich keinen Nachteil befürchten müssen. Wer sich nahe sein möchte, der sollte auch die Nähe zu seinen Mitmenschen nicht fürchten. So findet er auch bei diesen zu sich. Wer wird da noch das Ziel des Daseins verfehlen? - Kennen wir ein solches aufgrund eigener Mängel vielleicht auch allein nur bruchstückhaft, so möchten wir doch nicht ohne Freunde zu haben auskommen. Verachten möchten wir derweil keinen unserer Mitmenschen. Wer uns gerade umgibt, den lieben wir vielleicht sogar dafür, dass er da ist.

Impuls

Ein Vergleich

Der Unterschied zwischen einem Puristen und einem Nihilisten soll klar zu erkennen sein. Dazu möchte ich einen Vergleich benennen. Für den Puristen wird die Nacht die dunkle Geborgenheit der Seele nach dem langen, anspruchsvollen Tag sein. Der Folgetag wird für ihn die wunderbare Seite des Lichten offenbaren, welche aus einer solchen Erfüllung zur Wahrheit des Lebens führt. - Dagegen ist der Nihilist mit der Nacht unzufrieden, da sie kein Tag ist. Mit dem Tag aber hat er auch nichts am Hut, weil er sich zuvor, des Nachts also kaum erholt haben wird.

Getreu den beiden Prinzipien unterscheiden sich die Puristen von den Nihilisten. Der eine erwacht aus seinem Schlaf, der andere findet keinen solchen.

Idee

Leere und Bereitschaft

Wer zu etwas bereit sein möchte, der soll sich zum Moment keinen großartigen anderweitigen Aufgaben stellen. Wer sich zu etwas bereit machen möchte, der lasse von allem anderen zeitweilig ab.

Impuls

Von der Zeit und ihrer Intensität

Was der Mensch gemeinhin als seine Stärke erkannt hat, das würde auch nichts anderes als eine Erfahrung von der Dauer eines Moments sein. Alle intensiv erlebten Geschehnisse lassen uns die Zeit spüren, zu der sie vorgekommen sind. Also wird es doch folgerichtig sein, von dem Moment auf die Zeit zu schließen. Wer aber von der Zeit auf den Moment geschlossen hat, der wird die Dinge dadurch verkehren.

Impuls

Bedingtheit des Menschendaseins

Wenn Du etwas arbeiten möchtest, dann musst Du zuallererst alle anderen Arten der Betätigung aufgeben. So geschieht es und ein Erfolg wird impliziert, der auch wirklich mit der Sache zu tun hat. Was dem Menschen durch seine Arbeitskraft erwächst, das bestimmt fortwährend über sein Dasein mit.

Impuls

Glaube des Menschen

Wenn Du Früchte kosten möchtest, dann gehe Dir welche besorgen. Bestimme dazu bitte zuallererst, was Du zu eigen hast. Lege es so fest, was das ist, dessen Du bedarfst. Bestimme es, wie viel Du von Deinen Gütern entbehren kannst, um sie für Deine Sache einzusetzen. Suche einen Weg für Dich, auf dem Du Dein Ziel erreichen kannst. Beachte es dazu, dass es getreu des Werts Deiner Mittel erreichbar sein wird. Es soll einmal Deine eigene Einsicht in solche Verhältnisse sein, was die Vernunft von Dir ausmacht.

Idee

Information als bleibende Größe

Etwas, das sich selbst wiedergibt, hat keinen weiteren Gehalt als diesen einen. Das führt zu keiner Mehrung der Information. Da blubbern die Worte aus uns hervor und verhallen. Unbrauchbar soll das sein, was dabei gebildet wird. - Jedoch soll genau das die Wahrheit der Welt sein, wie sie erscheint. Der Charakter einer solchen Information ist der Erscheinung eines Fraktals zu vergleichen. Was anderswo als Zirkelschluss angesehen wird, das herrscht über die Welt mit mächtiger Kraft. Die Reproduktion ist der Motor zu einem Erhalt des Lebens. Sie ist kein Argument, sondern eine Tatsache.

Impuls

Revolution der Schildkröten

Welche Situationen bedürfen einer zielgerichteten Revolution? - Während meines Daseins sind mir allein nur sehr wenige Beispiele dafür untergekommen, welche dafür Sinn machen, dass man die damit einhergehende Veränderung wirklich als Umkehrung des Gegebenen auffasst.

  • Schildkröten gehen auf den eigenen Beinen. Werden diese umgeworfen, könnten sie sich nicht selbst helfen. Da ist es gut, wenn Ihnen das Meer eine Welle schickt, weil das Wasser ihnen die Möglichkeit dazu zurückgibt, um sich aufzurichten. Da tauchen sie ins Wasser ein und paddeln ein wenig mit ihren Füßen. Schon sind sie befreit.

Dann, wenn einer von Revolution gesprochen oder eine solche hervorzurufen versucht hat, fällt mir allein nur dieses Beispiel ein. Da ist es gut, wenn das Wasser eine Welle schickt. Jedoch ist in den allermeisten der anderen Fälle, zu denen die Leute eine Revolution ausrufen möchten, lediglich deren Bequemlichkeit die Ursache für den ausbleibenden Erfolg im Leben. Was soll es da nützen, ihnen Recht zu geben?

Prinzip

Sein und Handeln

Der Mensch handelt mitunter, mitunter hat er aber auch nicht gehandelt. Das wird im Einklang sein und so fortbestehen. Doch was der Mensch ist, das wird er fortwährend sein. Da soll es leicht zu ersehen sein, dass für den Moment der zeitlichen Dauer gerechnet, das Sein mehr ausmacht als das Tun. Was wir sind, das soll darum wichtiger sein, als es das ist, was wir machen.

Ein Dasein wird vom Menschen zu jeder Zeit erfahren. Allein dann, wenn er schläft, scheint er es vergessen zu haben. Das Handeln aber ist die implizite Festlegung auf eine Tätigkeit. Alle anderen Arten der Betätigung müssen dazu unterlassen werden.

So ist das Dasein des Menschen eines für das Gesamte seines Lebens. Das Tun aber kann und wird variieren.